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Zu diesem Thema arbeiten wir mit einer kompetenten Partnerin zusammen, die über 14-jährige Erfahrung im Bereich der „Interkulturellen Kommunikation“ verfügt.
Am Beispiel des Zukunftsmarkts China soll verdeutlich werden, was unter „Kulturverträglichkeit“ auch zu verstehen ist.
Das Gütesiegel „Made in Germany“ genießt in China ausgesprochen hohes Ansehen. Deutsche Wertarbeit wird geschätzt, und Chinesen, die es sich leisten können, sind bereit, dafür auch den entsprechenden Preis zu zahlen.
Auch viele deutsche Unternehmen orientieren sich nach Osten. Dabei spielt nicht nur das große Angebot an billigen Arbeitskräften eine Rolle, sondern auch der riesige Markt, den das Reich der Mitte bietet. Auch findet man dort eine Flexibilität sowohl des Einzelnen als auch des Marktes, die viele, an starre Bürokratie gewöhnte Deutsche, fasziniert. Bei einer geplanten Zusammenarbeit mit Chinesen sollten allerdings einige Eigenarten dieses Kulturkreises berücksichtigt werden.

Während man in Deutschland gerne zügig zum Punkt kommt, stellen Chinesen die wichtigste Information häufig an den Schluss. Dies erfordert Geduld, wenn man nicht gewohnt ist, „um den heißen Brei zu reden“. Vor allem negative Punkte oder gar auftretende Probleme werden hinten angestellt, denn man möchte ja nicht die gute Stimmung verderben.
Verträge werden mit deutscher Gründlichkeit ausgehandelt, sind sie erst einmal unterschrieben, ist für die deutsche Seite die Verhandlung beendet. Chinesen jedoch nehmen die Verhandlungen ohne Zögern wieder auf, wenn sich die Voraussetzungen geändert haben.
Auch die deutsche Arbeitsweise ist von Gründlichkeit geprägt: Erst wird geprüft und genaue Arbeitsabläufe festgelegt, danach erst beginnt die eigentliche Arbeit, wie es auch unser Leitspruch „Qualität wird konstruiert und nicht in der Produktion überprüft“ ausdrückt. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die Abläufe auch eingehalten werden.
In chinesischen Augen machen wir uns damit die Arbeit unnötig schwer. Warum immer den vorgegebenen Weg gehen, wenn man es auch einfacher haben kann? Chinesen sind in erster Linie Pragmatiker.
Dies kann durchaus Vorteile haben: Chinesen finden eine Lösung für jede eventuell auftretende Schwierigkeit und arbeiten zügig weiter.
Um aber sicherzugehen, dass bestimmte Abläufe genau eingehalten werden, sollte man dies in China lieber einmal zu oft als einmal zu selten kontrollieren. Ansonsten kann es passieren, dass „eine Abkürzung genommen wird“: Das gebohrte Loch ist zu klein für die vorgesehene Schraube? Egal! Wenn man fester dreht, passt sie auch...
Auch bei der Suche nach chinesischen Mitarbeitern gilt es Hürden zu meistern: „Guanxi“ ist die chinesische Devise. Beziehungen müssen aufgebaut und gepflegt werden, die deutsche Ablehnung von Vetternwirtschaft wird dort nicht verstanden. Zudem herrscht ein großer Konkurrenzkampf um gut ausgebildete Fachleute. Hoch qualifizierte Chinesen wissen um ihren Marktwert und sind schnell bereit, den Arbeitgeber zu wechseln, wenn ein besseres Angebot lockt.
China wandelt sich rasant vom Billiglohnland zum High-Tech-Standort und sieht sich selbst längst nicht mehr als Schwellenland, sondern als wirtschaftliche Großmacht, die eine dementsprechende Behandlung verdient. Wenn man die unterschiedlichen Arbeitsweisen und Einstellungen der anderen Seite berücksichtigt, kann eine Zusammenarbeit für beide Seiten sehr fruchtbar sein.
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