|
Grundlage einer jeden Entwicklung ist die Bestimmung der Anforderungen des Kunden. Diese generellen und meist relativ unspezifischen Anforderungen (zumindest bei dem Endkunden eines Autos) müssen in technische Anforderungen für das Gesamtfahrzeug übersetzt werden. Und diese Gesamtfahrzeug-Anforderungen müssen dann bis in die einzelnen Systeme und Teile, aus denen ein Fahrzeug besteht, aufgeteilt werden. Kommen die Anforderungen zum Beispiel von einem OEM an einen Lieferanten, handelt es sich dabei in der Regel um das Lastenheft, das erfüllt werden soll. Diese Forderungen müssen dann zwischen den beiden Partner abgestimmt werden und der Lieferant entwickelt aus dem Lastenheft ein Pflichtenheft. Doch was ist der Unterschied zwischen Lastenheft und Pflichtenheft? In einem Lastenheft wird vorgegeben, dass ein Teil zum Beispiel in einem Temperaturbereich von -40°C bis +125°C funktionsfähig sein muss. In dem entsprechenden Pflichtenheft wird dann daraus zum Beispiel ein spezieller Kunststoff, aus dem der Isolationskörper für eine Stromschiene gefertigt werden soll. In der Automobilindustrie wird dazu heute vielfach das so genannte „V-Modell“ eingesetzt: Die Anforderungen werden auf der linken Seite dieses V-Modells von der Fahrzeugebene bis hinunter zur Bauteilebene heruntergebrochen. Auf der Bauteilebene werden dann die entsprechenden Anforderungen in Spezifikationen umgesetzt...  [Abbildung: V-Modell des Anforderungsmanagements] ... Gleichzeitig müssen auch die Anforderungen auf den unterschiedlichsten Abstraktionsebenen getestet und validiert werden. Das erfolgt dann im Prinzip im rechten Schenkel des V-Modells. Hier findet man Bauteiltest, Systemtests bis hin zur Gesamtfahrzeug-Validierung. Diese Prinzip wird während der gesamten Entwicklung zum Teil mehrfach durchgeführt. An dieser Stelle seien auch die Begriffe der Design-Validierung und der Prozess-Validierung erwähnt. In aller Regel sollte die Design-Validierung mit B-Mustern durchgeführt und die Prozess-Validierung mit C-Mustern (werkzeugfallende Teile, bei denen die Herstellungsprozesse noch nicht serienmäßig verknüpft sind). In der Realität lässt sich diese Vorgehensweise allerdings in den meisten Fällen auf Grund der extrem kurzen Entwicklungszeiten nur sehr schwer realisieren, so dass immer wieder zu B2- / B- Mustern bzw. C2- und C3-Mustern gegriffen wird. Faktisch verschiebt sich die Validierung immer mehr in Richtung Serienstart, so dass bei größeren Problemen auch der SOP gefährdet sein kann. Ausgehend von diesem V-Modell muss ein entsprechendes Anforderungsmanagement für das Unternehmen entwickelt werden. Aus diesem Grund bietet Ihnen i-Q Schacht & Partner zu diesem Thema auch keine reinen Seminare an, denn diese Vorgehensweise muss mit den vorhandenen Unternehmensprozesses verschmolzen werden. Nur so kann sich das Anforderungsmanagement nahtlos in die gesamte Prozessstruktur einbinden lassen. Eine solche Vorgehensweise / Umsetzung lässt sich effektiv ausschließlich in gegenseitiger Absprache entwickeln und implementieren. Daher finden Sie an dieser Stelle auch keinen detaillierten Veranstaltungsablauf. Dieser kann nur zusammen mit Ihnen entwickelt und umgesetzt werden. Wir informieren Sie gern! Hinweis: Mittlerweile verwenden viele Unternehmen auch die Software Plattform DOORS der Firma Telelogic, auf der die unterschiedlichen Anforderungen miteinander abgestimmt werden können.
|