System-Fehlermöglichkeits- und EinflussanalyseDie System-FMEA kann schon in den sehr frühen Phasen einer Entwicklung eingesetzt werden. Dabei werden lediglich die Schnittstellen betrachtet ohne auf den genauen inneren Aufbau eines Systems einzugehen. Die so festgelegten Fehlerszenarien müssen dann in der D-FMEA detaillierter untersucht werden. Im weiteren Verlauf der Aktivitäten können dann abschließend alle Ergebnisse der z.B. für ein Aggregat erforderlichen Design-FMEAs und Prozess-FMEAs zusammengeführt und verdichtet werden - quasi als letzter Gesamtsystem-Check. Als Beispiel schauen wir uns ein ABS System an. Nehmen wir an, ein Zulieferer liefert dieses System. Sie, als verantwortlicher Ingenieur, sind in der Regel nicht an den Einzelheiten des Systems ABS interessiert, sondern vielmehr an der Größe, den elektrischen Anschlüssen und der Lage der Löcher zur Befestigung dieses Aggregats im Auto. In der Technik ist diese Beschreibung als „Black Box“ bekannt. 
[Abbildung 1: Beispiel einer Busstruktur in einem modernen Kraftfahrzeug.] Sicherlich müssen Sie bei einigen Zukaufteilen wie etwa Steuerungen etwas detailliertere Informationen haben. Dies ist nicht nur möglich sondern normalerweise sogar mit den Zulieferern vereinbart. Auf Anfrage können Sie diese Informationen einsehen. Bei der System-FMEA interessieren also nur noch solche Funktionen oder Parameter, die direkt mit der Systemumgebung in Kontakt kommen. Dies sind zum Beispiel Anschlussklemmen, -buchsen, -flansche oder Montagevorrichtungen. Falls es sich um ein „aktives“ System handelt, sind natürlich auch die Eingangsgrößen und die daraus resultierenden Ausgangsgrößen also die Übertragungsfunktion von Interesse. Die System-FMEA ist als Angebot und Erleichterung zu verstehen. Denn sie stellt genau und nur die Informationen über die Qualität des Produkts zur Verfügung, die der nachfolgende Abnehmer, sprich Kunde, benötigt. Es ist also sinnvoll, dass sowohl die Zulieferer als auch Ihr Unternehmen intern diese Form der FMEA erstellen. Eine weitere Möglichkeit, die die System-FMEA bietet, ist das stufenweise Herabbrechen der einzelnen Anforderungen an ein System, aus denen sich dann das Lastenheft ergibt. Zum Teil können diese einzelnen Kundenanforderungen, die sich hinter diesen Anforderungen verbergen, auch aus dem QFD (Quality Function Deployment) heraus übernommen werden. So gesehen ist die System-FMEA ein multifunktionelles Werkzeug, das sowohl in der allerersten Produktentstehungsphase als auch in der späteren Gesamtsystemüberprüfung eingesetzt werden kann. Inhalte und Ablauf der Veranstaltung (S-FMEA):
Grundlagen zur FMEA Einbindung der FMEA in das Qualitätsmanagement Das FMEA-Formblatt Die verschiedenen FMEA-Arten Zusammenspiel aus D- und S-FMEA Möglichkeiten der Dokumentation Praktische Übung an Beispielen
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