PPAP - Production Part Approval Process PPF - Produktionsprozess- und ProduktFreigabe

[Abbildung: Elemente der PPAP-Vorgehensweise]
PPAP (Serienteilfreigabe) bzw PPF ist ein Verfahren, bei dem Serienteile vor dem Serienanlauf bemustert werden. Diese Vorgehensweise stammt aus der Automobilindustrie und wird dort seit Jahren erfolgreich umgesetzt. Dabei geht es vor allem um die Qualität der gelieferten Teile, das bedeutet, dass die Teile aus den Serienwerkzeugen bzw. Serienprozessen den Zeichnungen entsprechen müssen.
Neben den zur Überprüfung gelieferten Teilen ist ein zentrales Element für den Bemusterungsprozess der so genannte PSW („Part Submission Warrant“ = Teilevorlagebestätigung, so genannt nach ISO/TS 16949; nach VDA heißt das Dokument PPF = „Produktionsprozess- und ProduktFreigabe“, auch: EMPB = „Erstmusterprüfbericht“). In ihm sind alle wichtigen Informationen zu Anforderungen und Tests zusammengefasst und dokumentiert.
Das genaue Vorgehen zum Beispiel bei der Bestellung der Teile und auch der Lieferung unterscheidet sich von Unternehmen zu Unternehmen durchaus sehr stark. Gleiches gilt auch für den Zeitpunkt der Bemusterung. So werden sicherheitskritische Teile schon lange vor Serienanlauf bemustert, während andere Teile erst unmittelbar vor Produktionsstart zur Bemusterung gelangen.
Allen Bemusterungen ist allerdings eines gemein: Die Einteilung nach verschiedenen Level (Vorlagestufen) der Bemusterung. Dabei handelt es sich beim PPAP um die folgenden 5 Level (der PPF hat 3 Vorlagestufen):
Level 1: Nur die Teilevorlagebestätigung (PSW) wird dem Kunden vorgelegt.
Level 2: Teilevorlagebestätigung (PSW) mit Musterteilen und eingeschränkte unterstützende Daten werden dem Kunden vorgelegt. Level 3: Teilevorlagebestätigung (PSW) mit Musterteilen und umfassende unterstützende Daten werden dem Kunden vorgelegt. Level 4: Teilevorlagebestätigung (PSW) und andere Forderungen, wie sie vom Kunden festgelegt wurden.
Level 5: Teilevorlagebestätigung (PSW) mit Musterteilen und vollständige unterstützende Daten stehen am Produktionsstandort des Lieferanten für eine Bewertung zur Verfügung.
Bei der Bemusterung werden verschiedene Status festgelegt, die eine Aussage darüber geben, ob die Teile den Forderungen entsprechen, nachgearbeitet werden müssen oder sogar ganz neu angefordert werden müssen. Diese Status werden aber wieder ganz individuell je nach Unternehmen festgelegt.
Grundsätzlich gibt es aber bei PPAP einige wesentliche Forderungen, die für alle Unternehmen gelten. Dazu zählt ein repräsentativer Produktionslauf: „Dieser Produktionslauf muss eine bis acht Stunden umfassen, mit einer spezifischen Produktionsmenge von mindestens 300 aufeinander folgenden Teilen.“ (Auszug aus der AIAG Forderung).
Außerdem sind insgesamt 18 PPAP Forderungen allgemein beschrieben, bei der PPF-Vorlage sind es 12 Forderungen. Darauf wird im QM-Seminar PPAP und PPF näher eingegangen.
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