Statistische Prozessregelung - Auswertungen

Die (Ver-)Messung der Teile ist natürlich nur der Anfang in der ganzen Kette, wenn es um die Prozessüberwachung und Prozesssteuerung geht. In diesem Zusammenhang geht es immer wieder um Prozessfähigkeits-Indices.

An dieser Stelle werden wir jetzt nicht die genaue mathematische Definition zeigen, sondern vielmehr versuchen, ein anschauliches Verständnis für die Grundlagen zu schaffen. Es gibt natürlich Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Indices in Bezug auf deren Aussage, aber das würde an dieser Stelle viel zu weit führen. (Sie können mehr Details in unserem QM-Seminar erfahren)

Grundsätzlich gilt dabei aber immer (spiegelsymmetrische Gauß- bzw. Glockenkurve vorausgesetzt!):

  • Ein Wert von 1,0 nutzt immer die in der Zeichnung vorgegebenen Toleranzen zu 100% aus
  • Je höher der Wert wird, desto enger (und leider auch kostspieliger) muss der Prozess in Bezug auf die Zeichnungstoleranzen umgesetzt werden
  • Ein Wert von 2,0 steht dabei für eine Ausnutzung von 50% der vorgegebenen Zeichnungstoleranz
Die verschiedenen Werte der Prozessfähigkeits-Indices

Abbildung: Die verschiedenen Werte der Prozessfähigkeits-Indices

Unterscheiden wollen wir nur zwischen einen Cp und einem Cpk Wert.

Der Cp Wert beschreibt dabei lediglich die absolute Breite (Variation) des Prozesses. Er gibt keinerlei Aussage darüber, ob sich der Prozess innerhalb oder vielleicht sogar außerhalb der vorgegebenen Toleranzgrenzen in der Zeichnung befindet!

Der Cpk Wert beschreibt hingegen die Lage des Prozesses zu der kritischen (am nächsten liegenden) Grenze. Dabei gibt dieser Wert nur eine bedingte Aussage zur Gesamtbreite (Streuung) des Prozesses. Diese Streuung / Variation muss natürlich immer unterhalb des genannten kritischen Wertes liegen.

Nun wollen wir Ihnen die verschiedenen Situationen mit einem Beispiel aus dem täglichen Leben anschaulich verdeutlichen. Dabei stellt die Garage mit ihren festen Mauern die in der Zeichnung vorgegebenen Toleranzgrenzen dar, die auf keinen Fall verletzt werden dürfen. Das Auto stellt den tatsächlich vorhandenen Prozess dar.

Ein schmales Auto (genauer Prozess) kann ich natürlich wesentlich einfacher in die Garage fahren, ohne dabei mit den Wänden zu kollidieren, als ein breites Auto (streuender Prozess). Aber auch ein sehr schmales Auto kann ich „an die Wand“ setzen!

Die Ausgangssituation ist: Das Auto passt so gerade eben in die Garage...

Cp = Cpk = 1,0  Das Auto passt so gerade eben in die Garage

Abbildung: Cp = Cpk = 1,0

Das Auto passt mit ganz, ganz viel „Luft“ in die Garage und steht sogar noch mittig:

Cp = Cpk = 2,0  Das Auto passt mit viel seitlichem Platz in die Garage und steht sogar mittig

Abbildung: Cp = Cpk = 2,0

Bei der Vielzahl an möglichen Kombinationen sind hier für Sie noch zwei weitere Beispiele heraus genommen.

Das Auto (die Prozess-Varianz) ist eigentlich ganz gut (schmal), liegt aber leider auch nicht mittig zwischen den Toleranzgrenzen. Dann sieht das Ergebnis in etwa wie folgt aus:

Cp = 1,67 und Cpk = 1,33  Das Auto ist schmal, steht aber nicht mittig in der Garage

Abbildung: Cp = 1,67 und Cpk = 1,33

Das Auto (die Prozess-Varianz) ist schon am Limit und leider liegt der Prozess überhaupt nicht mittig zwischen den Toleranzgrenzen. Dann sieht das Ergebnis in etwa wie folgt aus:

Cp = 1,0 und Cpk < 1,0  Das Auto ist breit und steht zu weit rechts in der Garage

Abbildung: Cp = 1,0 und  Cpk < 1,0

Das führt dann zu sehr großen Verärgerungen beim OEM und vielleicht auch beim Endkunden. Darüber hinaus ist es auch möglich, dass sogar außerordentlich aufwändige Rückrufaktionen auf die Beteiligten zukommen könnten.

Noch mehr Beispiele und ausführliches Wissen erhalten Sie gern in unserem Seminar. :-)

Cartoon zeigt Kleine i-Q-Mitarbeiter im Seminar vor Flipchart
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